Astronomischer Monatsüberblick Juli 2019

von Andreas Kammerer

Mond

02.: Neumond (Zwillinge)
04.: Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 22:15 MESZ)
09.: Erstes Viertel (Jungfrau)
16.: Vollmond, Partielle Mondfinsternis (Schütze)
25.: Letztes Viertel (Fische)

In der Vollmondnacht findet eine Partielle Mondfinsternis statt, wobei sich der Mond zu Finsternisbeginn lediglich 7° östlich des Saturns befindet. Der Mond geht bei Sonnenuntergang (um 21:20 MESZ) über dem Südosthorizont auf. Um 22:01 MESZ tritt der Mond in den Erdschatten ein, wobei er zu diesem Zeitpunkt lediglich 5° über dem Südosthorizont steht und gerade erst die bürgerliche Dämmerung zu Ende ist. In den folgenden eineinhalb Stunden werden zunehmende Teile der nördlichen Mondscheibe verfinstert. Das Maximum wird um 23:31 MESZ nahe des Endes der astronomischen Dämmerung erreicht. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich 65% der Mondscheibe im Erdschatten, die sich 14° über dem Horizont befindet. Der Austritt aus dem Erdschatten findet um 01:00 MESZ statt (Mondhöhe: 18°). Der unsichtbare Austritt aus dem Halbschatten ereignet sich um 02.20 MESZ.

Merkur

ist unsichtbar.

Venus

ist unsichtbar.

Mars

Kann allenfalls noch von Spezialisten in den ersten Julitagen tief über dem westlichen, noch helldämmerigen Abendhimmelhorizont ausgemacht werden. Am 4. Juli steht die schmale Mondsichel 8° links oberhalb des 1.8m hellen Planeten.

Jupiter

Ist der dominierende Planet der ganzen Nacht. Mit –2.5m und einem Äquatordurchmesser von 44“ zieht er die Blicke und Teleskope auf sich. Leider erreicht er in diesem Jahr – im Sternbild Schlangenträger positioniert – keine großen Horizonthöhen. Im Teleskop ist der rasch wechselnde Anblick der Atmosphäre und das Wechselspiel der Monde reizvoll. Der Mond steht am 13. Juli nur 1.5° oberhalb des Gasplaneten.

Saturn

Steht am 9. Juli in Opposition zur Sonne. Damit geht er bei Sonnenuntergang auf, bei Sonnaufgang unter, und kulminiert gegen 1:30 MESZ. Der Ringplanet ist 0.0m hell und weist einen Äquatordurchmesser von 18.4“ und einen größten Ringdurchmesser von 41.8“ auf. Leider steht der Planet im Sternbild Schütze und erreicht somit nur geringe Horizonthöhen. Dennoch sollte der noch immer weit geöffnete Ring (24.4° Neigung) ein Blickfang sein. In der Nacht der Partiellen Mondfinsternis (15./16. Juli) nähert sich der Mond dem Ringplaneten und steht in der Morgendämmerung, kurz vor seinem Untergang, schließlich 3.5° rechts unterhalb des Ringplaneten.

Uranus

Ist ein im Fernglas einfaches Objekt am Morgenhimmel. Er steht im Sternbild Widder, nahe der Grenze zum Sternbild Fische, und weist eine Helligkeit von 5.8m auf (siehe Aufsuchkarte). Die beste Beobachtungszeit ist gegen 3:30 MESZ. Der Mond befindet sich am Morgen des 25. Juli 7° rechts unterhalb des Planeten.

Neptun

Ist ein Objekt am Morgenhimmel. Im Sternbild Wassermann kann der 7.8m helle Planet im Fernglas ausgemacht werden (siehe Aufsuchkarte). Die beste Beobachtungszeit ergibt sich gegen 3:00 MESZ.

Pluto

Erreicht am 14. Juli seine Opposition zur Sonne im östlichen Teil des Sternbilds Schütze und damit seine geringste Entfernung von der Erde. Allerdings ist er mit einer Helligkeit von 14.2m nur mit großen Instrumenten von geübten Beobachtern auszumachen.

Ceres

Wird am 19. Juli stationär und läuft danach rechtläufig durch das Sternbild Waage. Am 27. Juli passiert sie l Lib im Abstand von lediglich 7‘ (siehe Aufsuchkarte). Die Helligkeit des größten Kleinplaneten geht im Laufe des Monats von 7.8m auf 8.4m zurück.

Vesta

Kann von Spezialisten ab Mitte Juli am Morgenhimmel gesucht werden. Der nur 8.2m helle Kleinplanet wandert von den nordöstlichen Bereichen des Sternbilds Walfisch in den Widder und ist gegen 3:30 MESZ am besten zu erkennen.

Eunomia

Kleinplanet Nr. 15 ist in dieser Opposition kein leichtes Objekt. Sie wandert im Juli rückläufig durch das Sternbild Wassermann, wobei ihre Helligkeit von 9.2m auf 8.5m ansteigt. Am 30. Juli zieht sie in 45‘ Abstand südlich an β Aqr vorüber. Mitte Juli passiert sie den Meridian in einer Höhe von 35° gegen 3:30 MESZ.

Der Sternenhimmel

Im Juli ist die Dämmerung zur Standardbeobachtungszeit (am 1. um 00:00 MESZ, am 15. um 23:00 MESZ und am 31. um 22:00 MESZ) noch nicht abgeschlossen, ja in der zweiten Julihälfte herrscht zu dieser Zeit noch helle Dämmerung, so dass schwächere Objekte entsprechend später beobachtet werden müssen. Aus Gründen der Einheitlichkeit zu den übrigen Monaten wird der Himmelsanblick aber zu jeweils den gleichen Uhrzeiten dargestellt.

Der Große Wagen, als Teil des Sternbilds Großer Bär, steht halbhoch im Westen und sinkt langsam dem Nordhorizont entgegen, während sein Gegenpart, die Kassiopeia im Nordosten stetig höher steigt.

Während das Frühlings-Dreieck (gebildet aus Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau) schon deutlich nach Westen gewandert und durch den Untergang von Regulus bereits nicht mehr vollständig ist, dominiert das Sommer-Dreieck (gebildet aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler) nun den südöstlichen Himmel.

Im Westen geht der Löwe bereits unter, und die Jungfrau schickt sich an, es ihm gleich zu tun. Tief im Süden kulminiert der Skorpion (der von unseren Breiten aus leider nicht vollständig über den Horizont steigt) mit seinem rötlichen Hauptstern Antares. Zwischen diesem und der Jungfrau kann das unauffällige Sternbild Waage gefunden werden. Hoch im Südwesten findet man den Bärenhüter mit dem hellen, orangefarbenen Arktur. Westlich des Bärenhüters steht das schwache Sternbild Haar der Berenice mit dem im Fernglas auffälligen offenen Sternhaufen Melotte 111. Östlich des Bärenhüters erkennt man das markante, kleine Sternbild Nördliche Krone.

Den Meridian durchschreiten die großen Sternbilder Schlangenträger (in dem aktuell der strahlende Planet Jupiter steht) und Herkules. In letzterem kann mit dem Fernglas der hellste Kugelsternhaufen des Nordhimmels, M13, aufgefunden werden. Über dem Südosthorizont ist der Schütze (in diesem Jahr zusammen mit dem auffälligen Saturn) erschienen, in dem sich das Zentrum unserer Milchstraße befindet. Leider erreicht dieses Sternbild stets nur geringe Horizonthöhen und das Milchstraßenzentrum kommt bei uns nur so eben über den Horizont und ist daher aufgrund des horizontnahen Dunstes praktisch nicht beobachtbar.

Weiter östlich gehen gerade die unauffälligen Sternbilder Steinbock und Wassermann auf. Halbhoch im Südosten finden sich das schwache Sternbild Schild und der Adler mit dem hellen Atair. Östlich von Atair erkennt man das kleine aber markante Sternbild Delphin und nördlich von Atair die deutlich unauffälligeren Sternbilder Pfeil und Füchschen. Sehr auffällig sind hingegen das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega und das große Sternbild Schwan mit dem hellen Deneb, welches auch als Kreuz des Nordens bezeichnet wird. Im Osten gehen gerade die Sternbilder Pegasus und Andromeda auf, die aber erst im Herbst die Blicke auf sich ziehen werden.

Nahe des Zenits befindet sich der einprägsame Kopf des Drachen, der sich um den Himmels-Nordpol windet. Zwischen Kassiopeia und Schwan befindet sich der eher unauffällige Kepheus und zwischen Kassiopeia und Großer Bär der Kleine Bär, der an einen kleinen Wagen erinnert und von dem nur der Polarstern sowie die beiden vorderen Kastensterne auffällig sind. Tief über dem nördlichen Horizont blinkt ein einsamer hellerer Stern, die Capella im Fuhrmann. Östlich von Capella geht eben der Perseus auf.

Die helle Sommermilchstraße steigt vom Sternbild Schütze über Schild (mit der hellen Schildwolke), Adler und Schwan (mit auffälligen Partien) empor, um dann wieder über Kepheus, Kassiopeia und Perseus zum Nordhorizont abzusinken.

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